Hölderlin-Abend

Wann

Donnerstag, 5. März 2020, 19 Uhr

Wo

Musikschule Fellbach, Guntram-Palm-Platz 2

Weitere Infos

Karten sind beim i-Punkt Fellbach erhältlich. Der Eintritt für das Podium am 5. März beträgt 12 €, für Mitglieder der Kulturgemeinschaft Fellbach 10 € und ist für Schüler/Studenten frei.

Kulturgemeinschaft Fellbach
Hölderlin-Jubiläum 2020 in Fellbach – zum 250. Geburtstag
Zwei Abende in Starbesetzung u.a. mit Barbara Auer und Matthias Habich, Michael Krüger und Rüdiger Safransik
Einen biografischen Bezug Friedrich Hölderlins zu Fellbach gibt es zwar nicht – anders als bei Mörike –, doch will die Kulturgemeinschaft Fellbach mit ihrer Vorsitzenden, der Literaturexpertin Christa Linsenmaier-Wolf, die Gelegenheit des Hölderlin-Jubiläums 2020 nutzen, den bedeutenden und immer noch rätselhaften Dichter aus Schwaben mit hochkarätig besetzten Veranstaltungen einem breiteren Publikum nahezubringen – und somit den „Kreis der Kenner zu erweitern“.
„Und wozu Dichter in dürftiger Zeit.“ Hölderlin heute ist ein Abend überschrieben, der am Donnerstag, 5. März 2020, um 19 Uhr, über die Bühne der Musikschule geht. Bis heute ist Hölderlin Maßstab und Herausforderung geblieben. Dem nachspüren will eine Runde renommierter Schriftsteller, die zunächst Hölderlin-Texte lesen und anschließend über die Bedeutung des Dichters für unsere Gegenwart sprechen – in ästhetischer, aber auch gesellschaftlicher und politischer Hinsicht. Hölderlin erfuhr die Umbruchszeit, in der er lebte, als politisch wacher Zeitgenosse. In seiner Dichtung setzte er den Umstürzen und Kriegen einen utopischen Entwurf entgegen, der Versöhnung mit der Natur ebenso einschließt wie gewaltfreie Kommunikation unter Menschen. Der Kunst weist Hölderlin die wegweisende Rolle zu – Zweifel und Verzweiflung inbegriffen: „Und wozu Dichter in dürftiger Zeit“, heißt es in der Elegie „Brot und Wein“. Was hat Hölderlin uns 2020 zu sagen, worin liegt die Brisanz seiner Werke, welche Impulse gibt er für eine politische und gesellschaftliche Verortung der Kunst? Darüber sprechen der Schriftsteller, Verleger und Mörikepreisträger von 2006 Michael Krüger, die vielfach ausgezeichnete Lyrikerin und Erzählerin Marion Poschmann („Die Kieferninseln“) sowie der Literaturwissenschaftler, Philosoph und Kenner der Goethezeit Rüdiger Safranski, der zuletzt eine Hölderlin-Biografie vorgelegt hat. Das Gespräch wird vom SWR mitgeschnitten und in SWR2 Forum gesendet. Moderation: Silke Arning

Für „Friedrich Hölderlin – ein literarisches Lebensbild“, konnten erstklassige Interpreten gewonnen werden. Die eigens für Fellbach konzipierte Lesung mit Musik findet am Sonntag, 3. Mai 2020, um 19 Uhr, im Uhlandsaal der Schwabenlandhalle statt. Ermöglicht wird die Produktion durch den Literatursommer der Baden-Württemberg Stiftung, der 2020 den großen Landsleuten Hölderlin und Hegel gewidmet ist. Es lesen die Film- und Fernsehdarsteller Barbara Auer und Matthias Habich sowie der Schauspieler Klaus Hemmerle. Assoziationsräume öffnet Jazz-Musik, die von dem Klarinettisten Peter Lehel und dem Pianisten Ull Möck arrangiert und gespielt wird. Die Idee für das Programm hatte Christa Linsenmaier-Wolf, die auch die Textauswahl traf. In der Pause gibt es ein Glas-Hölder-Wein, eine Rebsorte aus Riesling und Ruländer. „Sei du, Gesang, mein freundlich Asyl!“ – der Obertitel beschreibt das Spannungsfeld, in dem Hölderlin sich bewegte. Das „Literarische Lebensbild“ verknüpft poetische Texte und Zeugnisse aus Hölderlins Leben. Die Sprengkraft seines Dichtens, die aus einer ungeschützten Existenz erwuchs, wird dem heutigen Publikum unmittelbar erfahrbar: lebendig, anrührend, faszinierend. Die Textauswahl vermittelt Hölderlins Bedeutung als Schriftsteller, philosophischer Kopf und politisch orientierter Zeitgenosse. Nachgezeichnet wird auch das Schicksal eines empfindsamen Künstlers, der aus Mangel an Selbstgewissheit und Anerkennung aus der Lebensbahn geriet. Die Lesung setzt ein im Tübinger Turm, wo Hölderlin, psychisch krank, die zweite Hälfte seines Lebens verbrachte, und leitet über zu Kindheit und Jugend. Weitere Stationen sind das Tübinger Stift, der Versuch einer beruflichen Orientierung jenseits der vorgezeichneten Laufbahn und die Befreiung zum Dichter bei zunehmender emotionaler Verunsicherung bis hin zur Katastrophe.

Abgerundet wird das Hölderlin-Programm durch einen Ausflug nach Tübingen mit Kuratorenführung durch die neue Dauer-Ausstellung im Hölderlinturm und Besichtigung des Tübinger Stifts am Samstag, 25. April. Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle entgegen: monika.schoknecht@tu-dortmund.de

Karten sind beim i-Punkt Fellbach erhältlich. Der Eintritt für das Podium am 5. März beträgt 12 €, für Mitglieder der KGF 10 € und ist für Schüler/Studenten frei. Mit 10 € (dank dem Literatursommer) sehr günstig ist der Eintritt für die Lesung am 3. Mai. Schüler/Studenten zahlen 5 €. Das informative Programmheft kann bereits mit den Karten erworben werden

Weitere Förderer sind die Péter Horváth Stiftung und das Best Western Plus Hotel Fellbach.