Freitag, 9. November 2018, 19:30 Uhr

Mundart

Macken machen Lachen

Seit Wochen ausverkauft war die Veranstaltung der Kulturgemeinschaft Fellbach mit dem Mundart-Kabarettisten Dieter Huthmacher im Weingut Heid. Zwischen den Barriquefässern mit frisch geerntetem Rotwein drängten sich mehr als 80 Besucher, um den Mundart-Barden aus Pforzheim bei einem guten Glas Wein erleben zu können. Der über 70-jährige erfüllt dann auch die Erwartungen des Publikums mit Liedern und Texten, die zwischen nachdenklichen und rustikal-deftigen Beiträgen die ganze Bandbreite menschlicher Unzulänglichkeiten ausbreiteten, gemäß dem Motto  „Macken machen Lachen“.  „Morgen vor dem Spiegel erwarten mich einige zusätzliche Lachfalten“, sagte der ehemalige Vorsitzende der Kulturgemeinschaft, Manfred Heß, der den Abend organisiert hatte. Auch dem Chef des Weinguts, Markus Heid, hat der Abend ausnehmend gut gefallen. Da kann man schon mal über eine Fortsetzung im nächsten Jahr nachdenken.

Donnerstag, 8. 11. 2018, 19:00 Uhr

Themen der Zeit

Gibt es einen neuen Antisemitismus?

Jugendlichen sollte vermehrt das Gefühl gegeben werden, dass sie ihr Leben selbst gestalten können, wichtig sind auch „positive Sinnlichkeitserlebnisse“ für junge Leute. Mit Argumenten dagegen sei nicht viel auszurichten. Das sagte der Extremismusforscher Prof. Dr. Kurt Möller am Donnerstag im nahezu voll besetzten großen Sitzungssaal des Fellbacher Rathauses. Der Professor an der Hochschule Esslingen hielt einen überaus faktenreichen Vortrag über Antisemitismus in der heutigen Bevölkerung, insbesondere bei Jugendlichen.

Rund 150 Besucher waren nicht nur beeindruckt über die zahlreichen Statistiken und empirischen Befunde der Wissenschaft, am Ende waren sie auch einigermaßen erschöpft vom Zahlenwerk der Sozialforscher. Klar geworden ist aber, dass der Antisemitismus in vielen Köpfen virulent ist, wobei das Bildungsniveau und die allgemeinpolitischen Einstellungen des einzelnen bedeutsam sind: Antisemitismus findet sich eher rechts der Mitte und bei eher niedriger Schulbildung.  Aus den Umfragen geht auch hervor,  dass insbesondere muslimische Jugendliche und Doppelstaatler mit osteuropäischen Wurzeln starke Aversionen gegen Jüdinnen und Juden und jüdische Institutionen bis hin zum Staat Israel haben. In der Diskussion, die von Sibylle Thelen von der  Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg geleitet wurde, meldeten sich viele Besucher durchaus auch kritisch zu Wort.

Die Veranstaltung wurde von der Kulturgemeinschaft Fellbach in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum und der Landeszentrale für politische Bildung zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht organisiert. Auch Juden aus Fellbach wurden deportiert, berichtete die Vorsitzende der Kulturgemeinschaft, Christa Linsenmaier-Wolf, in ihrer Begrüßungsrede. Heute spreche vieles dafür, dass Antisemitismus wieder vermehrt auftritt. Ihre Rede hier im Wortlaut:

 

Themen der Zeit“ heißt eine neue Reihe der Kulturgemeinschaft Fellbach, mit der wir in loser Folge zeithistorische und aktuelle gesellschaftspolitische Fragen beleuchten und zur Meinungsbildung beitragen wollen. Wir knüpfen damit an unser prominent besetztes Podiumsgespräch zum Thema „Heimat in Zeiten der Globalisierung“ an, das im Sommer breite Resonanz fand. Auch diesmal sind die Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg und das StadtMuseum wieder mit im Boot, eine Konstellation, die sich bewährt hat. Für die Landeszentrale begrüße ich herzlich Sibylle Thelen, für das StadtMuseum dessen Leiterin Ursula Teutrine und danke für die ausgezeichnete Zusammenarbeit.

Heute stellen wir die leider wohl rhetorische Frage „Gibt es einen neuen Antisemitismus?“ Dass jüdische Menschen über Jahrhunderte hinweg ausgegrenzt, entrechtet und verfolgt wurden, ist bekannt. Bereits der große Reformator Martin Luther brachte, wie im Lutherjahr deutlich aufgezeigt wurde, seine Redegewalt gegen die Juden in Stellung. In Frankreich gab es um 1900 die Dreyfus-Affäre, in Osteuropa wütende Pogrome. Aber ausgerechnet in Deutschland, wo die Aufklärung mit Moses Mendelssohn und Lessings „Nathan“ eine Überwindung überlieferter Vorurteile versprach, ausgerechnet hier, wohin sich Juden aus Osteuropa in der Hoffnung auf ein gleichberechtigtes und zivilisiertes Leben geflüchtet hatten, hier im Herzen Europas wurden im 20. Jahrhundert  Menschen aufgrund ihrer Herkunft so systematisch verfolgt und ausgelöscht, dass man es bis heute eigentlich nicht fassen kann.

Der Albtraum des NS dauerte nur 12 Jahre (1933-1945), eine kurze Zeitspanne gewiss, aber mit unvergleichlichen Folgen. Millionen und Abermillionen kamen um, und auch der Glaube in die Humanität wurde nachhaltig erschüttert. Das war kein Vogelschiss in der Geschichte, sondern ein Abgrund, der sich auftat für diejenigen, die die Zeit reflektierend erlebten und  auch für die Nachgeborenen, die u.a. Filme über die Befreiung der Konzentrationslager sahen und erkennen mussten, dass Teile der Eltern- und Großelterngeneration große Schuld auf sich geladen hatten. 

Auch in unserem Stadtmuseum können Sie nachvollziehen, wie jüdische Bürgerinnen und Bürger in die Verfolgungsmaschinerie gerieten – ob der Inhaber des Kaufhauses Helfer, Sigmund Helfer, den seine couragierte Frau Martha über die schwere Zeit rettete, aber nicht verhindern konnte, dass ihr Kaufhaus bereits im April 1938 arisiert wurde. Ob Jakob Stern, der 1937 auf Druck der Gauwirtschaftsleitung aus seinem Unternehmen ausscheiden musste, allerdings das Glück hatte, dass er die Geschäfte vertrauensvoll in die Hände seines hochanständigen Teilhabers Ernst Müller legen konnte, der alles daran setzte, den ehemaligen Partner zu schützen. Oder Männy Gräber, die kurz vor Ende des Krieges denunziert und nach Theresienstadt deportiert wurde, wo sie wenig später an Typhus starb. Hanna Helfer, die Tochter Marthas und Sigmunds, hat 1952 den Schlüssel zur neu erbauten Stuttgarter Synagoge überreicht: Ein starkes Symbol, denn bereits die Existenz eines 1944 in Deutschland geborenen jüdischen Mädchens grenzte an ein Wunder.

Vom „nie wieder“ war die Politik der Nachkriegszeit geprägt. Langsam bildete sich eine Erinnerungskultur heraus, die aus der Geschichte eine besondere Verantwortung herleitete – für ein jüdisches Leben in Deutschland, das sich zunächst nur vereinzelt, nach der Wende durch Zuzug vor allem aus Osteuropa kräftiger entwickelte, und auch für den Staat Israel, in dem Juden aus aller Welt eine Zuflucht, eine Heimat fanden. Gut begründet hat Kanzlerin Angela Merkel deshalb die historische Verantwortung gegenüber Israel als Teil der deutschen Staatsraison erklärt.

All das lief natürlich nicht glatt. Unterschwelliger Antisemitismus in gar nicht so kleinen Teilen der Bevölkerung existierte weiter. Umfragen belegten dies. Weiterhin mussten Synagogen bewacht und einzelne Protagonisten beschützt werden. Nachdenklich machten auch die Reaktionen auf die Rede, die Martin Walser vor fast genau 20 Jahren zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hielt. Dabei warnte er – auch auf die Gefahr hin missverstanden zu werden – davor, Auschwitz als „Moralkeule“ zu missbrauchen. Es ging ihm, so seine eigene Deutung, um das Unbehagen gegenüber Ritualen des Erinnerns. Der Begriff der Moralkeule aber war in der Welt und Walser in Frankfurt stehender Applaus des Auditoriums gewiss – nur Ignatz Bubis, damals Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, ist sitzen geblieben, erschüttert.

Und heute? Spricht vieles dafür, dass antisemitische Übergriffe zunehmen, in Berlin, wo Kippaträger geschlagen, in Chemnitz, wo ein koscheres Lokal überfallen, oder in Schulen, wo jüdische Kinder solange gemobbt werden, bis sie die Schule wechseln. Im Internet, wo ohnehin sämtliche Hemmungen fallen, sind judenfeindliche Äußerungen nicht mehr die Ausnahme. Und der inzwischen reumütige Rapper Kollegah hat für einen Song, in dem er Auschwitz-Opfer beleidigte, den Echo erhalten. Die Antwort der Bundesregierung auf diese Entwicklungen ist die Einrichtung eines Antisemitismus-Beauftragten gewesen. Wie aber konnte es so weit kommen? Trotz Aufklärung, trotz eines ambitionierten Schulunterrichts, trotz der weltweit geschätzten Aufarbeitung der NS-Untaten in Deutschland. Was könnte hier schiefgelaufen sein? Welche gesellschaftlichen Veränderungen mögen dazu beigetragen haben, dass es kalt lächelnd zu Tabubrüchen kommt?

Darüber wollen wir uns heute Abend Gedanken machen. Und zwar auch angesichts eines historischen Datums. Es geschah morgen vor genau 80 Jahren. Am 9. November 1938. In ganz Deutschland brannten Synagogen und setzten organisierte Schlägertrupps jüdische Geschäftshäuser in Brand. Die Feuerwehrleute hatten den Befehl nicht auszurücken, bzw. lediglich darauf zu achten, dass die Brände nicht auf umliegende Gebäude übergriffen. Ein Fanal. Denn diese Nacht mit ihren Verwüstungen war das von der Staatsmacht initiierte Signal für den Völkermord an den europäischen Juden.

Kann man aus der Geschichte lernen? Gibt es einen neuen Antisemitismus und warum? Von welchen Gruppierungen wird er befördert und wie unterscheiden sich seine Inhalte und Äußerungsformen von den tradierten Stereotypen? Welche Gegenstrategien könnte es geben?

 

Sa. 20.10.2018, 14:00 - 17:00 Uhr

Workshop für Kinder und Erwachsene:

Arbeiten mit Ton

Beim Workshop „Arbeiten mit Ton“  in der Kunstschule arbeiteten zehn Teilnehmer – darunter einige Kinder – am Samstagnachmittag konzentriert drei Stunden lang unter Anleitung von Christiane von Seebach. Jetzt werden die entstandenen Werke, darunter ein Turm, eine Schale, Krippenfiguren und andere Skulpturen, getrocknet und anschließend gebrannt. Den Workshop der Kulturgemeinschaft Fellbach hat das Beiratsmitglied Dietrich Neureuther organisiert, der auch selbst mit Wellholz und Pinsel Tonfiguren und Motivplatten herstellte. Solche Kurse von Erwachsenen mit Kindern sollte es öfter geben, sagte eine Teilnehmerin, die mit ihren Kindern dabei war. Dietrich Neureuther und die Kursleiterin verwiesen auf die regulären Kursangebote der Kunstschule, die neuerdings auch ein Angebot für Erwachsene hat.

Sa 6.10.2018,

Parks und Gärten der Region:

Der Kurpark Bad Cannstatt

Mit mehr als 20 Teilnehmern traf die Führung des Landschaftsarchitekten Hermann Eisele durch den Kurpark Bad Cannstatt auf großes Interesse. Die Geschäftsführerin der Kulturgemeinschaft Fellbach, Monika Schoknecht, hatte vielen Interessenten absagen müssen, daher wurde der Wunsch laut, dass die Veranstaltung wiederholt wird. In der Reihe „Parks und Gärten der Region“ wird es im nächsten Jahr aber erst einmal nach Hohenheim gehen. Hermann Eisele wird durch den Botanischen Garten beim dortigen Schloss führen. Ein Termin steht noch nicht fest, sagte Organisator Dietrich Neureuther.

So 30.09.2018, 17:00 Uhr

Konzerte und Lieder:

Schubertiade für Männerstimmen und Klavier

Sozusagen „bei Schubert zu Gast“ waren die Besucher der Fellbacher Schubertiade, zu der die Kulturgemeinschaft Fellbach am Sonntag, 30. September, in die Musikschule Fellbach eingeladen hatte. Auf dem Programm standen Werke für Männerquartett a cappella und mit Klavier, aber auch solistische Gesangs- und Klavierbeiträge, unter anderem zur Freude des Publikums das Ave Maria. Mit rund 160 Gästen war die Veranstaltung ausgesprochen gut besucht, obwohl der sonnige Spätsommernachmittag auch zu anderen Aktivtäten einzuladen schien. In zahlreichen Wortmeldungen nannten die Besucher das 90 Minuten lange Programm „äußerst gelungen“, viele forderten eine Wiederholung. Die von Prof. Helmut Wolf als Moderator und dem Schauspieler Klaus Hemmerle mit Texten aus Briefen Schuberts und biografischen Anmerkungen äußerst kurzweilig gestaltete Programm kam hervorragend an. Für Liederabende ist das Publikum schwer zu begeistern, sagte die frühere Kulturamtsleiterin Christa Linsenmaier-Wolz, jetzt Vorsitzende der Kulturgemeinschaft. Die vom früheren Musikschul-Chef Dr. Siegfried von Niswandt organisierte Veranstaltung am Sonntag zeigte aber, wie es geht. Diese Erkenntnis hat auch die neue Chefin des Fellbacher Kulturamts, Maja Heidenreich,  mitnehmen können, die als Ehrengast in der ersten Reihe saß.

 

Sa, 22.09.2018,

Altes Handwerk im Ort

Buchherstellung aus einer Hand

Freitag/Samstag 7.+8.9.2018

Fellbacher Ausfahrt nach Nördlingen und Nördlinger Ries

Auf den Spuren der Apollo-Mission

An zwei Tagen hat die Kulturgemeinschaft Fellbach das Nördlinger Ries umfassend erkundet. Den Auftakt machte eine Führung über die Stadtmauer deren durchgehend begehbarer Wehrgang die ganze Stadt Nördlingen umschließt. Eine Führung durch die mittelalterliche Stadt führte zu vielen liebevoll renovierten Fachwerkhäusern aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie zu der St. Georgs-Kirche mit dem Wahrzeichen der Stadt, dem ca. 90 Meter hohen „Daniel“, der die Stadt überragt und von nahezu allen Standorten des Kraterrandes gesehen werden kann. Bei einer Rundfahrt durch das Nördlinger Ries konnten die Teilnehmer das Ausmaß des Asteroiden-Einschlages erfassen. Ein kurzer Besuch des Barockklosters St. Martin zeigte die beeindruckende Klosteranlage und die reich ausgeschmückte Barockkirche. Begeistert waren die Teilnehmer von der Führung durch das Ries-Museum, in dem die Hintergründe und die Geschichte der Kraterbildung anschaulich dargestellt werden. Bei schönstem „Rieswetter“ mit vielen Cumulus-Wolken über dem Kraterrand fuhr die Gruppe zum „Erlebnis Geotop“ am Kraterrand und vertiefte ihre Eindrücke bei einem Spaziergang durch den Steinbruch, in dem die Crew der Appollo-Mission 14 im Jahr 1970 ein „Feldtraining“ durchgeführt hat. Auf der Heimfahrt wurde die Burg Katzenstein besichtigt, die durch ihren gewaltigen Burghof und Turm sowie mit ihrer wechselvollen Geschichte beeindruckte. Besonders gelobt haben die Teilnehmer die gute Organisation, die interessanten Führungen und die vielseitige Gastronomie.

Sa, 28. April 2018

Fellbacher Ausfahrt

Wimsener Höhle, Zwiefalten, Riedlingen

Sa, 14. April 2018 / 19.30 Uhr

50 Jahre Kulturgemeinschaft

Lieder und Musik von Franz Schubert, Gustav Mahler, Sergei Rachmaninow, Maurice Ravel, Joaquin Turina

Di, 17. Juli 2018

Mitgliederversammlung

Mitgliedsversammlung 2018: neuer Vorstand