Hölderlin-Abend (leider ausverkauft)

Wann

Sonntag, 29. August 2021, um 18 Uhr

Wo

Fellbach, Schwabenlandhalle, Hölderlinsaal

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ausverkauft

Zum 250. Geburtstag des Dichters entsteht aus Gedichten, Briefen und anderen Zeugnissen ein literarisches Lebensbild. Hölderlins Bedeutung als Schriftsteller, philosophischer Kopf und politisch denkender Zeitgenosse wird dem Publikum nahegebracht: lebendig, anrührend, faszinierend. Die außergewöhnlichen Interpreten Barbara Auer, Matthias Habich, Klaus Hemmerle vermitteln die Sprengkraft und Aktualität von Hölderlins Dichtung. (Die Top-Schauspielerin Barbara Auer hat zuletzt den Deutschen Fernsehpreis „Beste Darstellerin“ für den Dreiteiler „Preis der Freiheit“ erhalten.) Assoziationsräume öffnet die von den Jazz-Musikern Ull Möck, Klavier, und Peter Lehel, Klarinette, Saxofon, arrangierte Musik. Textauswahl, Konzeption und Organisation besorgte Christa Linsenmaier-Wolf unter dem Dach des Literatursommers der Baden-Württemberg Stiftung.
„Aber wohin denn ich?“ So lautet ein Vers in Hölderlins Ode „Abendphantasie“,
die hinsichtlich des weitgehend ausgefallenen Hölderlin-Jubiläumsjahrs eine seltsame Bedeutung und Aktualität erfährt. Dem Wanderer, dem Ruhelosen, dem himmelstürmenden, die Horizonte aufreißenden Dichter und tief abstürzenden Menschen war es 2020 anlässlich seines 250. Geburtstags kaum vergönnt, posthume Würdigungen zu erfahren. Von der Pandemie mehrmals verhindert wurde auch „Friedrich Hölderlin. Ein literarisches Lebensbild“, das Christa Linsenmaier-Wolf anhand von Gedichten und anderen Zeugnissen erarbeitet und für das sie namhafte Mitwirkende gewonnen hat. „Wir wollen es noch einmal versuchen“, haben alle Beteiligten entschieden, die nach über einem Jahr Vorbereitung enttäuscht aber nicht mutlos sind.

Mit von der Partie sind Barbara Auer (Foto oben rechts: © Janine Guldener), die unlängst den Deutschen Fernsehpreis gewann, der berühmte Charakterdarsteller Matthias Habich (Foto oben links: © Markus Nass T & T), dem Hölderlin sehr am Herzen liegt, und Klaus Hemmerle (mittleres Foto), in Fellbach als Regisseur des „Armen Konrad“ und Schauspieler bestens bekannt. Die hervorragenden Jazzmusiker Ull Möck, Klavier, und Peter Lehel, Klarinette und Saxofon, arrangieren und spielen die Musik, die den Abend begleitet. Die Textauswahl besorgte Christa Linsenmaier-Wolf.

Das „Literarische Lebensbild“ verknüpft Gedichte und Zeugnisse aus Hölderlins Leben, vor allem Briefe. Die Sprengkraft seines Dichtens, seine Bedeutung als Schriftsteller, philosophischer Kopf und politisch denkender Zeitgenosse werden dem Publikum unmittelbar nahegebracht: lebendig und faszinierend. Nachgezeichnet wird auch das Schicksal eines empfindsamen Künstlers, der aus Mangel an Selbstgewissheit und Anerkennung aus der Lebensbahn geriet. Die Lesung setzt ein im Tübinger Turm, wo Hölderlin, psychisch krank, die zweite Hälfte seines Lebens verbrachte, und leitet über zu Kindheit und Jugend. Weitere Stationen des Lebensbildes sind das Tübinger Stift, das Hölderlin wichtige Impulse vermittelte, der Versuch einer beruflichen Orientierung jenseits der vorgezeichneten Laufbahn als Theologe sowie die vergebliche Liebe zur Bankiersgattin Susette Gontard als Hofmeister in Frankfurt. Die Befreiung zum Dichter ging einher mit wachsender emotionaler Verunsicherung, seine letzte Wanderung nach Bordeaux und die Flucht zurück nach Nürtingen mündeten in eine persönliche Katastrophe.

 

Der Hölderlinabend findet als
Veranstaltung des Literatursommers 2020
der Baden-Württemberg Stiftung statt.

Förderer sind die Péter Horváth Stiftung und die Berthold Leibinger Stiftung.